LOGISCHE KUNST

Ich entwickle logische Kunst: Kunst, die etwas klar macht.

Sie entsteht aus einem philosophischen Zugang, der Bewusstsein und logische Strukturen als zentral erkennt. Das Werk vermittelt daher die wesentlichen Ideen des Auftraggebers oder eines Themas, durch Wörter und Zeichen. Sie  zu klären und nach außen zu kommunizieren ist meine Arbeit.

Für die Vermittlung der Ideen schaffe ich ein Medium, eigens für den spezifischen Ort.

Logische Kunst nimmt bewusst eine künstlerische Tradition wieder auf und entwickelt aus ihr neue Formen von Kunst am Bau und architektonischer Intervention.

Wirkung

Entscheidend ist: Das Ergebnis meiner Entwicklungsarbeit ist keine modische Leitbild-Prosa, deren Vokabular alle paar Jahre ersetzt werden muss, um wieder vielversprechend statt gestrig zu klingen. Das Ergebnis nutzt sich nicht ab. Es ist auf der logischen Ebene der nicht anzweifelbaren Wahrheiten angesiedelt, für die Allgemeinheit sowohl stimmig als auch erhellend.

Solche verbindlichen Wahrheiten schaffen jenes Vertrauen, das Gemeinschaften für ihren Zusammenhalt brauchen. Der Betrachter fühlt sich ernst genommen und eingeladen, am Ganzen mitzudenken. Er schätzt den Willen zur Transparenz.

Das Wesentliche und Positive auf ästhetische Weise ins Zentrum zu stellen, ist meine Passion. Im Werk findet es einen Ausdruck und erzeugt Bewusstsein. Die klar und ruhig manifestierten Ideen entfalten ihre stabile Kraft.

Tradition

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Mit meiner Logischen Kunst knüpfe ich an die künstlerische Tradition an. Immer schon ging es in der Kunst darum, Ideen zu repräsentieren. Die Themen und Mittel variierten. Ein Standard-Thema, das sich durch die Geschichte zieht, ist die Darstellung der Ordnung der Ideen aus der Perspektive der Mächtigen.

Im 19. Jahrhundert hat die Kunst begonnen, sich diesem Thema zu widersetzen. Das Kunstsystem beschäftigte sich stattdessen mehr und mehr mit internen Fragen; die Ästhetik hat sich verselbständigt und von der Welt und den Menschen abgekoppelt. Kunst ist zu einem eigenen System innerhalb der Gesellschaft geworden und zu einem eigenen Markt. Infolgedessen wurde die Auseinandersetzung mit der gesamtgesellschaftlichen Ordnung der Ideen zu einem Nebenschauplatz, der im Kunstsystem selber nur noch wenig Beachtung findet.

Dabei könnte gerade Kunst etwas zu dieser Auseinandersetzung beitragen. Denn die Ordnung der Ideen ist immer auch Weltordnung; heute wird sie noch mehr als zuvor im Feld des Symbolischen ausgefochten. Die Ideen stehen in einem weltweiten Wettkampf der Medien.

Mein Beitrag ist, Ideen zu klären und dabei jene Aspekte zu stärken, die sich in der Arbeit als wohltuend für den einzelnen herausstellen. Ideen, die nicht wohltuend für den einzelnen sind, führen meines Erachtens in eine Sackgasse.

Insofern betreibe ich bewusst Kommunikation: Miteinander (lateinisch “cum”) eine Einheit bilden (lateinisch “unicatio”) – auf geistiger Ebene, durch Verständigung. Die Gesellschaft braucht Kommunikation von Ideen und über Ideen; sie braucht je mehr Klarheit und Transparenz, desto komplexer sie selber wird.

Bilder:

1) Aus dem Perikopenbuch Heinrichs II. (entstanden ca. 1007-1012 in Reichenau, heute Bayrische Staatsbibliothek) – Oben: Heinrich II. und Kunigunde werden von Christus gekrönt, hinter ihnen die Bamberger Patrone Petrus und Paulus. Unten: huldigende Personen und die Personifizierungen der Roma, Gallia und Germania. (Bild: Public License, Wikimedia Commons)

2) Albert Memorial im Kensington Park, London, gegenüber der Royal Albert Hall; eingeweiht 1872. – Prinzgemahl Albert sitzt mit dem Katalog der Great Exhibition von 1851 in der Hand unter einem Baldachin, umgeben von “Manufacture, Commerce, Agriculture, Egineering”, darunter ein Fries mit 187 Figuren und Persönlichkeiten aus der Welt der Künste. Neben und über Albert stehen Engel und Verkörperungen von Tugenden, zuoberst auf dem Dach des viktorianisch-neugotischen Baldachins ein christliches Kreuz in Gold. An den Ecken der Umzäunung (nicht im Bild): Die Gruppen-Skulpturen “Asia, Africa, America, Eruope”. (Bild: Dr. Simon Reitze)

3) Kasimir Malewitschs Gemälde “Schwarzes Quadrat” von 1915, wie es in der Tretjakow Galerie in Moskau ausgestellt wird. (Bild: Public License, Wikimedia Commons)