LICHT



Licht ist gleichzeitig das Normalste, Geheimnisvollste und Bedeutungsvollste. Licht löst elementare Gefühle aus, von Geborgenheit über Freude bis zu Scham und Angst.

So wie uns das Licht das Sehen ermöglicht, lehrt uns der Einbruch der Nacht, uns nicht zu sehr daran zu gewöhnen. Aber unsere Gehirne sind sozusagen “lichtsüchtig”, denn sie brauchen Information aus der Außenwelt, um sich zu orientieren. In den Frequenzen des für uns sichtbaren Lichts erscheint vor unseren Augen die Welt, in der wir fühlen und handeln.

Der Lichtwechsel im Tagesverlauf erzeugt unterschiedliche Weltbilder und erlaubt uns, sie zu vergleichen – dank unserer Gabe, Unterschiede zu erkennen und mit ihnen umzugehen. Nacht, Morgendämmerung, Mittagssonne und Abenddämmerung tauchen dasselbe in ein jeweils anderes Licht, geben ihm ein je anderes Gesicht und eine je andere Bedeutung.

Licht ist die geheimnisvolle Grundlage für die Welt, wie wir sie kennen. Als Energie ermöglicht Licht Leben. In “fester Form” bildet es Materie. In “beweglicher Form” pulsiert es in Informationsprozessen in unseren Nervenbahnen und erlaubt Sichtkontakt nach außen.

Gerade weil Licht so fundamental ist, braucht Lichtgestaltung hohe Sensibilität und Präzision. Der Lichtschalter, den wir betätigen, beleuchtet jene Welt, die der Lichtgestalter verantwortet.

Bild: Lichtwechsel über dem Lago Maggiore, Ticino.